Wie viele andere Spieler vor mir, bin ich vom Schach zu Poker gewechselt (leider viel zu spät, denn ich hätte schon vor Jahren, als Pokerstrategy.com Monat für Monat im Magazin SCHACH! Werbung machte, mich auf deren Homepage informieren können, um was es dort geht – leider habe ich die Diskussionen der deutschen Schachgilde über die “Pokerabtrünnigen” nur am Rande verfolgt, somit den Beginn des Poker-Booms ignoriert, und renne nun der verlorenen Zeit hinterher).
Als treuer Anhänger des Club (1. FC Nürnberg) ist man zwar spannende Spiele und Dramen aller Art gewöhnt, doch um die Wochenenden noch etwas spannender zu gestalten, habe ich im Oktober 2008 auf BWIN ab und zu ein paar Euronen auf Fußballwetten gezockt. An irgendeinem langweiligen Nachmittag habe ich mich dann – ohne bestimmten Hintergrund – auf BWIN an einen Pokertisch gesetzt, um meine letzten paar Kröten zu verzocken…und wie es der Zufall gewollt hat, habe ich gewonnen (ohne Plan, was ich da eigentlich genau mache…). Nach ein paar Tagen umeinanderdonken wurden aus meinen zwölf oder dreizehn schnell fünfzig Euro und plötzlich war mein Interesse geweckt, zumal mein Vereinsleben im Schachclub nahezu eingeschlafen war und eine neue Herausforderung daher gerade recht kam.
Da ich begeisterungsfähig bin und einen “leichten Drang zum Perfektionismus” habe, beschloss ich, mich näher mit der Materie Texas Holdem zu befassen und habe mir kurzerhand auf Amazon das Buch T.H.E. – Texas Holdem für Gewinner bestellt. In diesem Buch sind unter anderem Interviews mit Schachgroßmeister Matthias Wahls (dessen Name natürlich jedem Schachspieler in Deutschland ein Begriff ist) und Dominik Kofert (Korn), der mir noch nicht bekannt war. Wie ich aus besagtem Interview entnahm, ist er der Gründer von Pokerstrategy.com – in Verbindung mit dem Namen Matthias Wahls machte es dann “Klick” – ich schnappte mir eines meiner alten Schach-Magazine und las die alten Werbungen.

Ich sah mir die Website an und fand die Idee sofort klasse: $50,– Startkapital geschenkt plus Option auf zusätzliche $100,– plus Pokerausbildung in Form von Artikeln, Videos, Live-Coaching, professionellen Handbewertern ohne jegliches Risiko – da musste ich nicht sehr lange überlegen: Anfang Dezember 2008 Account eröffnet, Quiz bestanden, Pokersite ausgewählt, Geld erhalten und direkt losgelegt.

Eine wichtige Frage für den Anfänger hierbei ist, für welche Poker-Variante man sich am Anfang entscheidet.
Ich wählte hier Fixed Limit Holdem und dies würde ich Jedem empfehlen, der mich nach  meiner Meinung frägt (nicht weil ich mich so entschieden habe, sondern weil ich mittlerweile der Meinung bin, dass ein guter FL-Spieler sich auch in No Limit und in Turnieren gut zurechtfinden kann). Der Hauptgrund für meine Entscheidung damals war fäschlicherweise das niedrigere Verlustrisiko im Vergleich zu No Limit; der Hauptgrund warum die Wahl auf Fixed Limit fallen sollte ist der, dass man in dieser Variante von Beginn an Postflopentscheidungen zu treffen hat und somit eine wesentlich umfassendere Pokerausbildung geniesst, als beispielsweise ein No Limit SSSler, der stundenlang auf eine Top5-Starthand wartet und spätestens am Flop All-In pusht…

Wie alles im Leben ist das natürlich Geschmacksache – ich habe mich für Fixed Limit entschieden, und diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut (was natürlich nicht ausschliesst, bei steigendem Skill/Bankroll, auf No Limit Holdem BSS zu wechseln!)