(Evolution eines Silberfischchens)
Elvis just left the Micros…
Ein kleiner Zwischenbericht
Ich habe heute meine dritte Session auf .5/1 absolviert (wie immer unter der Woche zur unprofitabelsten Spielzeit, aber daran kann man als Berufstätiger wohl nicht viel ändern). Ich spiele – wie gehabt – 4 Tische gleichzeitig und gewöhne mich so langsam an die Veränderungen zu .25/.50:
- Tisch-Durchschnitts-VPIP von 30% bis 50% ist auch ok (auf .25/.50 habe ich mir 60%- bis 70%-Tische gesucht)
- Donkbets und Checkraises auf dem Flop haben selten etwas starkes zu bedeuten
- es wird wesentlich aggressiver gespielt
- es gibt immer noch Callingstations
- es gibt immer noch Maniacs
- es gibt im Durschnitt mehr TAGs pro Fisch
- man gewinnt im Schnitt öfter ohne Showdown, als das noch auf .25/.50 der Fall war, wo man in der Mehrzahl der Fälle die beste Hand zeigen musste
- es wird mehr geblufft und semigeblufft, daher dürfte ein WTS von unter 38% -EV sein
Ich habe endlich das Gefühl, dass ich dieses Limit schlagen kann. Am Montag begann es zunächst wie immer auf 0.50/1: ratzefatze war ich gute 40BB im Keller ohne mir größerer Fehler meinerseits bewußt gewesen zu sein. Bis zum Ende der Session konnte ich den Schaden noch auf -13BB begrenzen. In dieser Session hatte ich wieder eine vielzahl “denkwürdiger Hände”, wo man sich im Nachhinein frägt: “Was zum Henker bewegt einen Fisch 2 Dollar coldzucallen mit J5o?”
Gestern lief es bereits etwas besser und ich konnte meine Session mit knapp 10BB im Plus beenden und ich dachte mir: “Ok, lief nicht alles rund, aber das bekommen wir hin – die haben auch nicht mehr Skill als Du!”
Heute hatte ich “first time” eine “Bombensaison”: 57BB up!!! Nix außergewöhnliches, aber auf dem Limit sind das eben bereits 57 Dollar…
Graph
Alles in allem habe ich die vergangenen 3 Tage 2.054 Hände gespielt mit 2,62BB/100. Die Stats sind noch etwas verschoben, was bei der niedrigen Samplesize normal sein wird:
| VPIP | 18,3 |
| PFR | 13,9 |
| 3bet | 5,2 |
| WTS | 39,2 |
| W$SD | 57,3 |
| AF | 1,95 |
| AF Flop | 1,96 |
| AF Turn | 2,33 |
| AF River | 1,52 |
| ATS | 24,8 |
| SB Defend | 6 |
| BB Defend | 44,1 |
Insgesamt ist die Sache wohl noch wesentlich zu tight, wobei ich auf .25/.50 auch nicht über 23/16 hinausgekommen bin (wobei ich 23/16 nicht als den schlechtesten Style bezeichnen möchte, aber viele TAGs sehen sowas wie 30/20 als optimal an. Auf .15/.30 hatte ich noch 25/17 – das war noch etwas näher am Optimum; auf diesem Limit hatte ich allerdings eine “EXTREM-EDGE”!
Ich nehme an, je länger ich auf dem Limit spiele, desto mehr marginale Hände werden meine Range beglücken und dadurch die Werte in die richtigen Regionen lenken (nach entsprechender Samplesize – siehe letzten Post – wird auch noch nach Approx-Chart adapted; dann wird das schon…!)
Die Aggression ist natürlich auch etwas zu niedrig, vor allem am Flop (obwohl ich mir einbilde, OoP relativ ordentlich zu checkraisen, Contibet am Flop quasi Standard…), Turn und River dürften so schon ziemlich ok sein. Der WTS ist gut, ich beobachte sehr intensiv das Board, wann ich mit A-high oder sogar K-high Showdownvalue habe. Der W$SD ist natürlich klasse – von mir aus kann der bis zur Rente so bleiben! Ich habe heute natürlich auch überdurchschnittlich gut getroffen, ist also schon auch ein klein wenig Upswing mit drinne…
Die Steal-Werte werden sich bei größerer Samplesize noch in die richtigen Regionen schieben, dort sehe ich Preflop keine Leaks (Blindstealing und Blinddefense habe ich mir letztes Jahr ziemlich schnell angeeignet – das passt denke ich erst mal).
Schön langsam bekomme ich von dem einen oder anderen Regular eine ordentliche Anzahl gespielter Hände zusammen, was bedeutet, dass das Approx-Chart demnächst zur Anwendung kommt (hätte ich aus Bequemlichkeit nach meiner Rückkehr zu Poker Stars nicht wieder auf das LongHUD-Tool zurückgegriffen, was auf Ongame nicht funktionierte, müsste ich mich jetzt nicht erst wieder daran gewöhnen, da ich .15/.30 auf Hollywood-Poker nur nach Approx gespielt habe — aber naja, was soll’s…).
Sollte ich nicht extrem einbrechen ($400,– Stop-Loss), werde ich .50/1 durchgrinden, da es erstens Zeit wird, den Blick nach oben zu richten (jeden Monat $200,– bis $400,– auf .25/.50 zu machen ist auch nicht schlecht, aber erst möchte ich wissen, auf welchem Limit meine “Skill-Grenze” liegt; den “.25/.50-Gollum” kann ich nach evtl. Scheitern immer noch mimen…), zweitens es durch den GoldStar-Status mehr Rakeback gibt und drittens ich meine Neugier befriedigen muss, wie weit ich komme: für $300,– im Monat 100 Stunden und mehr an Zeit zu investieren war nicht die Grund-Idee des Ganzen!
Soweit mein kleiner Zwischenbericht für Heute.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich alle Mitleser meines Blogs ganz herzlich grüssen (wie ich gestern erfahren habe gibt es wirklich welche – zumindest einen: circe, sei mir gegrüßt! – dachte echt ich bin hier total solo unterwegs…)
So long!
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von b0wm4ker am 3. Februar 2010 um 17:00 veröffentlicht und unter Fixed Limit Holdem, Session-Review, Tagebuch B0wm4ker abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |

