(Evolution eines Silberfischchens)
Poker Mindset
Am Wochenende habe ich “Das Poker Mindset” von Taylor/Hilger als deutschsprachige Ausgabe erhalten.
Ich werde diese Blogseite dazu nutzen, die Key-Facts des Buches in einer Übersicht festzuhalten, um in der Zukunft darauf zurückgreifen zu können. Wie es bereits nach den ersten Seiten den Anschein hat, werde ich meine generelle Herangehensweise an Poker sowie meine Zielsetzungen überdenken müssen…
Ich habe nachfolgend die sieben Grundpfeiler zusammengefasst und farblich markiert, was auf mich zutrifft – wobei grün ok ist, orange teilweise und rot sicher zutrifft.
Die sieben Grundpfeiler
1. Verständnis und Akzeptanz der Pokerrealität
- Bei Poker geht es um Glück und Können
- Kurzfristig regiert das Glück
- Langfristig regiert das Können
- Poker ist ein Spiel kleiner Vorteile
- Poker ist ein Spiel mit hoher Varianz
2. Langfristige Anlage des Spiels
Wer erfolgreich sein will, muss das Spiel lanfristig anlegen und die kurzfristigen Risiken akzeptieren. Spieler die sich zu stark auf die kurzfristigen Resultate konzentrieren neigen zu folgenden Fehlern:
- Erzielen eines ausgeglichenen Ergebnis
- Absichern eines Gewinns
- Tilt
- Wut auf schlechte Spieler
- Überstürzte Veränderungen der Spielweise
Unter dem Strich ist eine auf Langfristigkeit ausgelegte Spielweise die einzige Methode für erfolgreiches Poker. Spieler, die auf kurzfristige Ergebnisse fixiert sind, geraten in unnötige mentale Schwierigkeiten, die zu schlechten Entscheidungen führen können.
(Punkt ist verstanden und zu 100% akzeptiert – solange ich allerdings während der Sessions auf den Zwischenstand schaue habe ich diesen wichtigen Punkt wahrscheinlich noch nicht verinnerlicht…!)
3. Korrekte Entscheidungen > Gewinne
Der große Vorteil, sein Spiel langfristig anzulegen, besteht darin, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: korrekte Entscheidungen zu treffen! Treffen wir korrekte Entscheidungen sind unsere kurzfristigen Entscheidungen irrelevant, da wir langfristig Geld gewinnen. Von einer korrekten Entscheidung sprechen wir laut David Sklansky, wenn wir aufgrund der uns zur Verfügung stehenden Informationen, den Spielzug mit dem höchsten Erwartungswert ausführen.
4. Geldunempfindlichkeit
Es ist schwierig, korrekte Entscheidungen zu treffen, wenn man Angst hat, Geld zu verlieren. Die zwei wichtigsten Faktoren für ängstliches Spiel sind die Bankroll und das generelle Verhältnis zu Geld. Mit ängstlichem Spiel kann man folgende Fehler begehen:
- mangelhafte Protection
- Angst vor Value Bets
- zu tightes Spiel
- seltene Bluffs
(Trifft teilweise über meinem Wohlfühllimit zu)
5. Ego zu Hause lassen
- Call statt Fold aus Angst vor Kapitulation
- persönliche Fehden vernebeln unser Urteilsvermögen
- Session mit ausgeglichenem Ergebnis abschließen wollen, um keine Niederlage einzugestehen
- Spielen auf zu hohem Niveau
- Beeindrucken der Gegner mit Spielzügen, die gut aussehen
- Ignoranz von nötigen Limit-Abstiegen
- Preisgabe von Informationen aus Imponiergehabe
- Vertreiben von Fischen durch Flaming
6. Entscheidungen emotionslos treffen
Viele Spieler lassen zu, dass ihre Emotionen ihre Entscheidungen beeinflussen, obwohl diese darauf keine Auswirkungen haben sollten. Dazu zählen: Wut, Frustration, Trübsal, Angst (siehe 4.), Fröhlichkeit, Mitleid, Hochmut und Nervosität.
Gegenmittel:
- nicht spielen (aufhören), wenn das Spiel unter dem emotionalen Zustand leidet
- Emotion eingestehen, jedoch nicht zulassen, dass diese unsere Entscheidung beeinflusst
7. Ständige Verbesserung des eigenen Spiels
Um langfristigen Erfolg zu gewährleisten, müssen wir uns fortwährend analysieren und weiterentwickeln. Wenn wir das Studium einstellen, ist es nicht nur so, dass wir uns nicht mehr verbessern, sondern wir verschlechtern uns sogar.
Gründe für sinkenden Lerneifer:
- Selbstzufriedenheit
- Illusion der Meisterschaft
- Nachlassende Begeisterung
- Stagnation
Die sechs Wahrheiten der Poker-Intuition
1. Wirkung und Gegenwirkung
Entscheidungen und Resultate hängen nur schwach miteinander zusammen
2. Zielsetzungen
Sich kurzfristige Ziele zu setzen ist kontraproduktiv
3. Durchschnitt
Durchschnitt ist beim Poker kein akzeptables Niveau
4. Risiko
Risikoneutralität ist die einzig akzeptable Einstellung zum Risiko
5. Gier
Gier ist gut
6. Denkmuster
Es wird klares, logisches Denken verlangt
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von b0wm4ker am 8. März 2010 um 08:00 veröffentlicht und unter Allgemein, Tagebuch B0wm4ker abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
