Howdy,
so: nach Vollendung der morgentlichen Session auf 2 Tischen 5ct/10ct ein paar gewonnene Eindrücke…
- zur Session an sich
Ich habe an zwei Tischen 466 Hände mit einer Winrate von 2,4 BB/100 absolviert, was einen Nettogewinn von $ 1,12 entspricht.
Ich war nahezu Card-Dead, mit den wenigen Händen, die spielbar waren, habe ich das Board in der Mehrheit verfehlt – somit setzt sich der gestrige Tag weiterhin fort.
Aufgrund dieser Umstände muss man mit dem erzielten Ergebnis zufrieden sein!
Meine Bankroll liegt derzeit bei $ 18,74, was auf 2ct/4ct beruhigende 478 BB entspricht, auf 5ct/10ct nicht so tolle 187 BB. - der Einfluss des Rake auf das Spiel
Ich habe die Tage schon einmal flüchtig darüber geschaut, was das Rake bei 2ct/4ct ausmacht und bin damals zum Ergebnis gekommen, dass ich mich wohl irgendwo verrechnet haben muss.
Heute habe ich mir das ganze nochmal etwas genauer angesehen, und denke, als ich 2ct/4ct mit 5ct/10ct vergleiche: “WTF”?
Scheinbar gibt es für das kleinstmögliche Limit einen Poker Stars Sonderdeal, denn bei 5.253 gespielten Händen und einem angefallenem Rake von $ 2,53 entspricht das Rake pro 100 Hände gerade einmal $ 0,048, was einem Müh mehr als 1BB/100 Händen entspricht und super-OK ist!
Bei 5ct/10ct schaut es dann schon eher so aus, wie ich es noch in Erinnerung hatte: das Rake auf diesem Limit ist exorbitant hoch!
Auf 5ct/10ct habe ich bei 605 gespielten Händen ein angefallenes Rake von $ 1,91, was sage und schreibe 3,15 BB je 100 Händen entspricht.
Diese Angaben beruhen bei minimaler Samplesize auf den errechneten Angaben aus dem Holdem Manager 2.
Da ich aufgrund der momentanen Zuteilung von schlechten Starthänden lediglich Rock-Stats von 20/15 habe, ist zudem davon auszugehen, dass sich dieser Wert wohl eher noch in Richtung 4BB bis 4,5 BB erhöhen wird…
Diesen Wert gilt es zu bedenken! Angenommen man hat das Spiel verstanden und rauscht mit einer Winrate von 4,5BB/100 durch das Limit ist man also gerade einmal Break-Even-Player und lebt nur noch von VPP/FPP/Stellar Rewards – also dem Bonus-Programm von Poker Stars. - Unterschiede der Limits 2ct/4ct und 5ct/10ct
Folgende Eindrücke sind momentan noch etwas mit Vorsicht zu geniessen, da meine Samplesize auf beiden Limits – vor allem natürlich auf 5ct/10ct gar nichts aussagt und meine Hauptspielzeit Urlaubsbedingt zwischen 8.00 Uhr und 15.00 Uhr liegt.
Der Anstieg der Spielqualität (um nicht -stärke verwenden zu müssen) ist bereits deutlich zu spüren. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass dieses Limit einem bange macht und nicht zu meistern ist, aber man trifft bereits auf diesem niedrigen Limit auf Spieler mit vernünftigen statistischen Spielwerten. Man sieht Standard-Lines, Value-Lines, Openraises, Blind-Steals sowie Blind-Defense.
Waren bei 2ct/4ct noch durchschnittlich etwa 4-5 Mann im Pot verwickelt, entwickelt sich das Ganze auf 5ct/10ct mit 2-3 Mann schon eher in Richtung Poker…
Die Anzahl der Spieler, die einen VPIP von 50+ haben nimmt ebenfalls bereits deutlich ab (im Einstiegslimit sind das noch die überwiegende Mehrheit der Spieler).
Aufgrund des hohen Rake-Anteils und der merklich angestiegenen Spielqualität (also bitte bedenken: ich hatte ein Jahr Pause und habe eventuell noch eine etwas verschobene Wahrnehmung), denke ich nicht, dass ein unausgebildeter Spieler (Zocker, Gambler) dieses Limit dauerhaft schlagen kann…
Nicht vergessen: aufgrund des Rakes sind hier über 5BB/100 Winrate nötig.
Wenn ich mir jetzt einmal $ 50,– Bankroll für den Aufstieg auf 10ct/20ct vorstelle, was 250 BB entspräche, fehlen mir bis dahin noch etwa $ 31,–.
Wenn von den 5BB/100 Winrate aber 4BB Hausanteil Poker Stars bekommt, verbleiben nur noch 1BB/100 Hände – was nichts anderes heißt, dass ich, um erfolgreich das nächste Level zu erreichen, diese Winrate auf eine Samplesize von 31.000 Händen benötige…(OK, da wird vielleicht noch ein 10er aus den Stellar-Rewards dazukommen – dazu fehlen mir noch 700 VPP bis Jahresende: 15 VPP gab es für die 600 Hände, macht dann etwa 775 für 31k, das passt).
Wenn ich nächste Woche auf 5ct/10ct eine etwas aussagekräftigere Samplesize vorweisen kann muss ich mir dazu einmal durchrechnen, ob es aufgrund des wesentlich niederigen Rakes, nicht eventuell profitabler wäre, die $ 50,– auf 2ct/4ct einzuspielen, wo von 8BB/100 eben knapp 7BB/100 Gewinn verbleiben (0,28 $ auf 100 Hände – um das zu toppen würde ich auf 5ct/10ct 3BB/100 Winrate nach Rake benötigen).
Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass es aufgrund des momentanen Verhältnisses Limit zur Bankroll auf 5ct/10ct nur möglich ist, 2 Tische, eventuell 3 gleichzeitig zu spielen, wohingegen bei 2ct/4ct, wo das Verhältnis um das 2,5 fache höher ist, 6-8 Tische möglich sind, was bei konzentriertem Spiel die Winrate pro Stunde auch nochmal pushen könnte.
Darüber gilt es sich demnächst jedenfalls ausführlich Gedfanken zu machen…
Wie man sieht: alles nicht sooo leicht…
Viele neue Gesichtspunkte, die mir bisher gar nicht so bewußt waren – jetzt wird auch klar, warum in den meisten Pokerschulen empfohlen wird, ab 25ct/50ct oder 50ct/1$ auf die Shorthanded-Tische zu wechseln: hat wohl mehr mit dem Einfluß des Rakes als mit dem Spiel an sich zu tun…
Mein erster persönlicher Meilenstein wird wohl das Erreichen “meines” Limits 25ct/50ct sein – wenn das gelingt, wird die Challenge für mich erfolgreich enden – das kann ich jetzt schon prophezeien…!
Auf diesem Limit bin ich vor 2 Jahren auf Shorthanded gewechselt, habe es über eine unglaubliche Samplesize deutlich geschlagen und wenn sich herausstellen sollte, dass mein ehemaliges “Hass-Limit” 50ct/1$ immer noch das Idioten-Limit ist, werde ich mir meine Gitarre eben auf 25ct/50ct einspielen – ein Limit, auf dem monatlich zwischen 150$ und 250$ möglich sind!
Vor zwei Jahren wollte es mir nicht gelingen, auf 50ct/1$ Fuß zu fassen, weil jedesmal zum Aufstieg der Downswing einsetzte. Damals habe ich das Limit quasi ungeschlagen übersprungen, indem ich mir die Bankroll für 1$/2$ auf meinem Wohlfühllimit erspielt habe.
Aber das sind Gedanken, die momentan noch in weiter Ferne liegen!
Zunächst gilt es, $50,– für den nächsten Schritt zu erspielen…!#
Wie man aus der Überschrift ersehen kann, ist mein Urlaub um eine Woche verlängert, gut so!
